Abfallwirtschaftsverband  Nordschwaben

Josef Reichensberger am Recyclinghof Donauwörth

Von Ingetraud Wohlfahrt | 24. April 2013


Die Viertklässler der Gebrüder-Röls-Schule Riedlingen besuchten zusammen mit Ihren Klassenleiterinnen Andrea Meggle, Susanne Ablaßmeier und Maria Schädle den Recyclinghof Donauwörth. Hier erwartete alle Ingetraud Wohlfahrt vom AWV, die bei einem Rundgang nach dem Motto „Wer Abfall sortiert und auch vermeidet, ist für die Zukunft gut vorbereitet!“ aufzeigte, dass Müll nicht gleich Müll ist. Neugierig mit dabei war Paula Print, die schon viel davon gehört hatte, dass aus Abfällen neue Produkte hergestellt werden und sich jetzt zusammen mit den Kindern aus erster Hand informieren wollte. Der Runde angeschlossen hat sich auch Josef Reichensberger, Verbandsrat des AWV Nordschwaben, der zusammen mit den anderen Verbandsräten die Geschicke des AWV bestimmt und dem es eine Herzensangelegenheit ist, dass gerade Kinder und Jugendliche, die die Gesellschaft von morgen stellen, fachkundig, aber auch mit Spiel und Spaß zum Thema Müll sensibilisiert werden.

Elektrogeräte kann man kostenlos abgeben

Die richtige Entsorgung von Elektrogeräten ist ganz besonders wichtig. Auf allen 44 Recyclinghöfen, auf denen übrigens pro Jahr insgesamt ca. 22.000 Tonnen verschiedene Stoffgruppen eingesammelt werden, werden große und kleine Elektrogeräte kostenlos angenommen: Waschmaschinen, Elektroherde, Fernseher, Computermonitore, Rechner, Mikrowellengeräte, Staubsauger, Radios, Kaffeemaschinen, Kühlschränke und Gefriertruhen. Von PCB-haltigen elektronischen Bauteilen, Schwermetallen, Säuren und Asbest können bei unsachgemäßer Handhabung Gefahren für Mensch und Tier ausgehen. Alle diese Geräte sind demnach am besten am Recyclinghof aufgehoben und gehören nicht in den Wald.

Außerschulischer Lernort „Recyclinghof“

Besonders hat den Kindern gefallen, dass sie sich vor Ort praktisch mit den Wertstoffen auseinandersetzen können. Denn es gibt ja soviel zu sehen. Neben den Elektrogeräten, birgt die CD-Sammeltonne Interessantes, wie auch Handysammelbox, Papier- und Kartonagencontainer, Schrott- und Altholzcontainer, sowie Bauschutt- und Baustellenabfallcontainer und Glas- und Dosencontainer. Dabei lernen die Kinder, dass alle Container regelmäßig geleert werden und der Inhalt zur Weiterverarbeitung zu Sortierfirmen bzw. Verwerterfirmen transportiert wird. Und dort können z.B. aus den grünen Glasscherben vom Glascontainer doch tatsächlich neue grüne Flaschen hergestellt werden, die, neu befüllt, wieder im Kaufhausregal landen. Alles in allem also eine gute Sache!

Komposterde: Jetzt startet die Gartensaison

Nicht nur Terrasse und Balkon werden für Frühling und Sommer vorbereitet. Jetzt geht die Gartenarbeit so richtig los. Den Kindern ist neu, dass der AWV Nordschwaben auf allen 44 Recyclinghöfen Komposterde verkauft. Dabei kostet ein Sack mit 35 Liter Inhalt nur 2,- Euro. Die Komposterde wird erzeugt, indem Grünabfälle, z.B. Laub, Moos, Rasenschnitt, abgeblühte Stauden, Heckenschnitt aus der Region gesammelt und dann kompostiert werden. Der Komposterde, ein regionales Naturprodukt, werden weder Mineraldünger noch Torf zugesetzt. Alle wichtigen Pflanzennährstoffe sind erhalten und tragen zu einem gesunden Pflanzenwachstum bei.

Störche und Müll
Fast jedes der Kinder hat schon mal einen Storch in echt gesehen. Zusammenhänge zwischen Vermüllung der Landschaft und Gesundheit bzw. Fortbestand der Tierwelt werden anhand von Fotos aufgezeigt.
Zum Nestbau tragen Störche mitunter Plastikschnüre und Plastikfolien ein. Problematisch für die Jungvögel kann es werden, wenn wegen der Plastikfolie Regenwasser nicht schnell genug ablaufen kann. Dann bleiben die Jungvögel im Nassen liegen. Die Folge: Tod durch Unterkühlung. Aber auch eingetragene Plastikschnüre, die sich um die Storchenbeine wickeln, können den Störchen das Leben kosten, weil eine Infektion hervorgerufen wird. Ganz schlimm ist auch, wenn Störche Plastikmüll fressen und z.B. an einem „Plastikknödel“ ersticken.

Den Kindern wird klar, dass Müll einfach nicht in die Landschaft gehört: jeder Müll hat seinen Platz, am Recyclinghof, in der Tonne oder im nächstgelegenen Abfalleimer. Und wenn wirklich mal nichts in der Nähe ist, wird das Bonbonpapier in die Tasche gesteckt und später entsorgt.

Der beste Abfall: Kein-Abfall

Und der allerbeste Abfall? – Das wird allen klar, wenn sie die Augen schließen, nämlich gar kein Abfall. Beispiele diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen gibt es viele: für die Pausenvesper Brotbox und Trinkflasche verwenden, Stoffbeutel, statt Plastiktüte, Geschirr für die Geburtstagsfete statt Pappbecher und Pappteller, Gemüse und Obst mal ohne Verpackung kaufen. Und was bringt das für die Umwelt? Sehr viel! Die Umweltverschmutzung wird weniger, Rohstoffe werden eingespart und weniger Energie wird benötigt.

Beim Abschlussquiz beteiligen sich alle Kinder mit Feuereifer; alle Fragen werden richtig beantwortet und jedes Kind freut sich über seinen kleinen Preis.