25 Jahre Recyclinghof Bissingen

25 Jahre Recyclinghof Bissingen

29.03.2017 von Ingetraud Wohlfahrt

In diesen Tagen darf der AWV Nordschwaben auf eine Eröffnung der besonderen Art zurückblicken: Der Recyclinghof Bissingen besteht seit 25 Jahren. Er wurde am 1. April 1992 als einer der ersten Höfe im Zweckverbandsgebiet des AWV Nordschwaben feierlich eröffnet.

Foto von links:  Herr Schiele, Herr Grischok, Herr Baselt, Herr Beck jun., Herr Keller, Herr Wagner

Eröffnung Recyclinghof Bissingen

Lobende Worte fand der damalige Landrat und stellvertretender Vorsitzende des AWV Nordschwabens Dr. Anton Dietrich: „Der Recyclinghof in der Marktgemeinde Bissingen besitzt vom Zuschnitt und Ausstattung alle Voraussetzungen, um mitzuhelfen, unnötigen Müll zu vermeiden oder zurückzuführen.“ Für die Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde öffnete der Hof seine Pforten dann am Freitag, den 3. April 1992. Die Lage des Recyclinghofes hat sich als ideal herausgestellt. Der Hof liegt zwischen Dillingen, Donauwörth und Nördlingen und weist ein großes Einzugsgebiet auf. Wegen des günstigen Standortes  wird auch niemand durch Lärm oder Emissionen beeinträchtigt.

                                      

 

 

Historisches Dokument: Zeitungsausschnitt vom 2. April 1992 aus der Donau-Zeitung:

 

Bewährtes Team am Recyclinghof

Heinrich Schiele aus Thalheim ist seit einem Jahr Kapo am Hof. Zusammen mit vier Kollegen ist er von Anfang an mit dabei. Die Kollegen der ersten Stunde sind Erich Beck jun., Günter Baselt, Xaver Wagner und Hans Grischok. Neu hinzugekommen ist Andre Keller. Zu den Betreuern der ersten Stunde gehörten auch Erich Beck sen. und Josef Meyer, die nach 24 Jahren aus Altersgründen ausgeschieden sind. Nur zu gut erinnert sich Heinrich Schiele an die ersten Jahre. So gab es zunächst noch keinen gelben Sack für Verpackungskunststoffe. So brachten Bürgerinnen und Bürger ihre Joghurtbecher, Folien, Quarkbecher und andere Plastikverpackungen lose zum Recyclinghof. Das Personal nahm dann am Sortiertisch die korrekte Sortierung vor, was sehr aufwändig war. Heinrich Schiele weiß auch zu berichten, dass das Personal am Anfang sehr verunsichert war. Man wollte eben keine Fehler machen. So wurde verlangt, dass von Kartonagen Klebebänder und Klammern entfernt werden mussten.

 

Aufgaben haben zugenommen

Im Laufe der Jahre sind die Anforderungen an das Betreuungspersonal größer geworden. So wurde mit Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) die Abgabepalette am Recyclinghof um Elektrogroß- und -kleingeräten erweitert. Annahmekriterien und die richtige Zuordnung mussten sich erst einspielen. Die letzte Neuerung zeigte sich bei der Batterienannahme. Da der Anteil an Lithiumbatterien steigt, gelten hier besondere Vorgaben bei der Anlieferung. Aber nicht nur das richtige, umweltgerechte Sortieren von Materialien gehört zu den Aufgaben des Personals. Mittlerweile werden auch eine Reihe von Tonnen ausgegeben sowie Säcke verkauft, wie z.B. Restmüll- und Windelsäcke, Einlegesäcke für Biotonnen, KMF-Säcke und Silofoliensäcke. Bei Aktionen und Werbemaßnahmen sind die Betreuer regelmäßig eingebunden und gefordert, sei es bei der Riesenflursäuberung „Der AWV räumt auf!“, bei der Silofoliensammlung, bei Infomaßnahmen zur Komposterde und Biotonne mit Beachflags sowie bei der Ausgabe von Informationsprospekten. Besonders hilfreich für eine übersichtliche und einfache Sortierung für Kleinmaterialien ist die Wertstofftheke, weiß Heinrich Schiele aus eigener Erfahrung zu berichten. Er betont, dass der AWV Nordschwaben stets geholfen hat, Arbeitsabläufe zu verbessern. Im Laufe der Zeit hat die Arbeitsdichte enorm zugenommen. Nicht nur weil der überregionale Grünsammelplatz mitbetreut wird, sondern auch weil die Menge an abgegebenen Materialien über die Jahre deutlich angestiegen ist. Heinrich Schiele gibt ein Beispiel: Wurde früher pro Monat ein Container mit Sperrmüll befüllt, sind es jetzt acht im Monat. So werden auf allen 44 Recyclinghöfen des AWV Nordschwaben zusammen pro Jahr fast 30.000 Tonnen Material umgesetzt.

 

Arbeitskleidung und mobiles Kassensystem

Der größte Fortschritt für Personal und Bürgerinnen und Bürger ist für Heinrich Schiele die einheitliche Arbeitskleidung und das mobile Kassensystem. Vor etwa zehn Jahren wurde auch dem Personal am Recyclinghof Bissingen die Arbeitskleidung, inklusive Sicherheitsschuhe und Handschuhe gestellt. Früher mussten sich die Betreuer selbst einkleiden. Vom mobilen Kassensystem, das im Jahr 2009 eingeführt wurde, profitierten gleichermaßen Personal und Bürgerinnen und Bürger. So ist die Gebührenerhebung wesentlich vereinfacht und geht schneller von statten. Auch der Lagerbestand von Tonnen und Säcken kann jetzt ordentlich geführt werden.

 

Gute Zusammenarbeit mit Marktgemeinde

Großes Lob spricht Heinrich Schiele der Marktgemeinde Bissingen aus. Die Zusammenarbeit mit ihr war immer hervorragend. Heinrich Schiele wünscht sich, dass dies auch für die nächsten Jahre so bleibt.

 

Netz von 44 Recyclinghöfe

Bis heute hat der AWV Nordschwaben ein flächendeckendes Netz von 44 Recyclinghöfen geschaffen, das den Bürgerinnen und Bürgern Nordschwabens für die umweltgerechte Entsorgung von Abfällen und Wertstoffen zur Verfügung steht. Zukunftsweisend wird derzeit am Deponiestandort Binsberg ein großzügiger, moderner Recyclinghof mit angegliedertem Grünsammelplatz gebaut.

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